| |
Für Brigitte und Nikolaus Dufner aus Biederbach im Elztal hat die Energiewende schon vor 25 Jahren begonnen. Damals installierten sie eine erste Holzhackschnitzelanlage für das Wohnhaus ihres landwirtschaftlichen Anwesens, des Wisserhofs im Biederbacher Ortsteil Frischnau. Seitdem ist einiges passiert. 2005 haben sie zwei Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von rund 60 kWp installiert, im August dieses Jahres an der Elz ein Wasserkraftwerk mit einer Kapazität von 125 kWh in Betrieb genommen und im September eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage, die Strom und Wärme erzeugt. Die Leistung dieser Anlage (90 kWh Strom und 180 kWh Wärmeenergie) ist so ausgelegt, dass die eigens gegründete Betreibergesellschaft, die Nikolaus & Brigitte Dufner Bioenergie GbR, die Hofstelle mit Wohnhaus, Werkstatt und Verwaltungsgebäude sowie ein benachbartes Drei-Familienhaus und einen Hotel- und Gaststättenbetrieb vollständig mit Wärme versorgen kann. Den Strom speist die GbR in das Netz der Energie Baden-Württemberg (EnBW) ein. Alles in allem werden sie im Lauf eines Kalenderjahres nun eine knappe Million Kilowattstunden Strom produzieren, was dem Bedarf von rund 270 Durchschnittshaushalten entspricht.
Anlass für die L.U.I.-Auszeichnung ist die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage. Denn sie weist einige Besonderheiten auf. Das Herzstück ist eine Dampfmaschine, Baujahr 1956. Nikolaus Dufners Idee war, dass sich beim Betrieb einer Dampfmaschine unterschiedliche Bio-Brennstoffe verbrennen lassen. Herkömmliche Hackschnitzelheizanlagen stellen hohe Ansprüche an die Qualität und die Gleichmäßigkeit des Materials, etwa an den Feuchtegehalt. Abgesehen davon hat Nikolaus Dufner die Anlage selbst geplant und gebaut, wobei er von Ingenieuren der Dampflok- und Maschinenbau AG aus dem Schweizerischen Winterthur begleitet und von der Apparate- und Anlagebaufirma Wehrle-Werk AG in Emmendingen unterstützt wurde. Die Hauptbauteile der Anlage sind ein Heizkessel, die Dampfmaschine, ein Wärmetauscher, um die Abwärme nutzen zu können, und ein Generator, der Strom produziert. Der Heizkessel wird mit Hilfe eines umgebauten Futtermischwagens beschickt. Verbrannt wird Holzhäckselmaterial, das bei der Durchforstung anfällt, etwa Baumkronen, und der Aufwuchs von Miscanthuskulturen. Das ist eine Schilfart, die ungeheure Mengen an Biomasse liefert. Dank einer modernen elektronischen Steuerung läuft die Anlage automatisch.
|